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Die Definition von Gender Mainstreaming
Europarat (1998):
"Gender Mainstreaming ist die (Re-)Organisation,
Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung aller politischen Prozesse
mit dem Ziel, eine geschlechterspezifische Sichtweise und Gleichstellung
in alle politischen Konzepte, auf allen Ebenen und in allen Phasen,
durch alle an politischen Entscheidungen beteiligten Akteurinnen
und Akteure, einzubeziehen."
Bezugnehmend auf diese offizielle Definition, zielt
die Strategie von Gender Mainstreaming darauf ab, die Berücksichtigung
geschlechtsspezifischer Bedingungen für die Gleichstellung von Männern
und Frauen zu "mainstreamen" d.h. sie wie einen roten Faden in alle
Handlungen und Entscheidungen einzubinden. Gender Mainstreaming
ist damit eine Querschnittaufgabe für alle Ebenen und alle Handlungsfelder
einer Organisation oder eines Politikbereichs und wird damit zu
einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe.
Seit der Ratifizierung der "Amsterdamer Verträge"
1999 ist das Prinzip Gender Mainstreaming auf Europäischer Ebene
verankert und verpflichtet damit alle Mitgliedstaaten der Europäischen
Gemeinschaft zur Verwirklichung der Gleichstellung von Männern und
Frauen.
Überblick über Ziele, Aktivitäten
und erwartete Ergebnisse von GemCITE
Obwohl es eine Vielzahl an Aktivitäten und Projekten
zur Realisierung von Chancengleichheit im IT Bereich gibt, existiert
zur Zeit kein umfassendes Gender Mainstreaming Konzept, um IT-Aus-
und Weiterbildungen zu reorganisieren. Die existierenden Projekte
beschränken sich alle auf regionale oder institutionelle Einzelmaßnahmen,
Frauenförderung oder Quotenregelungen.
Das Projekt GemCITE will an diesem Problem ansetzen.
GemCITE soll alle relevanten Faktoren, Kriterien und Handlungsoptionen
zu einem ganzheitlichen und integrierten Konzept zusammenführen,
das bei der Implementierung von Gender Mainstreaming in die IT-Aus-
und Weiterbildung unterstützen soll.
Durch die transnationale Zusammenarbeit soll das
Konzept von GemCITE eine Möglichkeit für alle Schulungseinrichtungen
in Europa (insbesondere in den Partnerländern) bieten, Gender Mainstreaming
in ihre eigenen Ausbildungskonzepte zu integrieren.
Das deklarierte Ziel von GemCITE ist die Entwicklung
und Verbesserung der Qualität von IT-Ausbildungen auf der Basis
von Gleichstellung und die Erhöhung der Aufmerksamkeit aller operationalen
AkteurInnen des IT Bildungsbereichs für ihren Beitrag zur Strategie
Gender Mainstreaming.
Die Zusammenarbeit mit Klein- und Mittelbetrieben
wird den Vorteil haben, dass die Bedürfnisse der ArbeitgeberInnen
durch ihre laufenden Auswertungen und Kontrollen der GemCITE-Ergebnisse
mitberücksichtigt werden. Andererseits wird diese Kooperation die
Wahrnehmung von geschlechtsspezifischer Segregation am IT Arbeitsmarkt
erhöhen.
Ein Konzept für Marktorientierung und viele Produkte
(ein Handbuch, CD-Roms, News Letters, Poster, Broschüren, Homepage)
werden zur Verbreitung der Ergebnisse beitragen.
Einige Fakten, die unsere Motivation für GemCITE begründen:
Das Fehlen von Frauen am IT-Sektor des Arbeitsmarktes
und in hochgradigen IT-Aus- und Weiterbildungen ist aus vielen internationalen
Studien ersichtlich.
Im Laufe des letzten Jahrzehnts sind 3 Mio Arbeitsplätze
neu geschaffen worden, 1,6 Mio davon sind von Frauen besetzt. Über
60% der zwischen 1995-2000 neu entstandenen Arbeitsplätze entfielen
auf den Hochtechnologiebereich, wo Frauen extrem unterrepräsentiert
sind. Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor nach Geschlechtern gespalten,
wobei Frauen überwiegend eingestellt werden zur Anwendung neuer
Technologien und zur Datenverarbeitung. Männer dominieren eher in
den kreativen Bereichen der Softwareentwicklung und Systemanalyse.
Frauen stellen weniger als 20% der InformatikstudentInnen
und nur 14,5% der UnternehmensgründerInnen im Multimediabereich,
obwohl das 5 Rahmenprogramm für Technologie und Forschung der EU
40% als Mindestanteil für jedes Geschlecht festlegt.
In allen EU Ländern gibt es mehr Mädchen als Jungen
in der Hochschulbildung, trotzdem besteht für sie eine weitaus geringere
Wahrscheinlichkeit, dass sie Naturwissenschaften, Mathematik, Computertechnik
usw.studieren.
Ein weitaus größerer Prozentsatz von Frauen in Vergleich
zu Männern nimmt an praxisorientierten Beschäftigungsprogrammen
teil, hingegen weniger Frauen als Männer nehmen an theoretischen
und wissenschaftlichen Programmen oder an Programmen, die den Zugang
zu Berufen mit hohen Anforderungen gewähren, teil.
Die Fortbildungen im Bereich Kommunikationsnetze
und der Programmierung werden von Männern beherrscht. Frauen beschränken
sich auf Textverarbeitungsprogramme, die sie auf Sekretariatsposten
vorbereiten.
(alle Daten aus:
Europäisches Parlament, Plenarsitzungsdokument 15. 07. 2003 RR/504088DE.doc
Bericht über Frauen in der neuen Informationsgesellschaft;
Ausschuss für die Rechte der Frau und Chancengleichheit;
Berichterstatterin: Anna Karamanou)
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